Sachverständigenbüro Kohfahl
Sachverständigenbüro für elektrische Anlagen, Elektroinstallationen und Elektrounfälle
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Wozu brauchen wir einen Blitzschutz?

Blitzschutz als gesetzliche Vorschrift oder sinnvolle Ergänzung der Elektroinstallation

Viele Leser werden sich die Frage stellen, warum sie sich einen Blitzschutz einbauen lassen sollen, wenn er nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Wäre der Blitzschutz wichtig, gäbe es bestimmt eine Vorschrift dafür. Diese Vorschrift gibt es auch, aber nur für Gebäude, in denen es ein öffentliches Interesse dafür gibt, dass eine Brandgefahr minimiert wird. Blitzschutz ist in erster Linie Brandschutz, aber auch Überspannungen können erheblichen Schaden anrichten. Für dieses Lebensrisiko ist aber jeder Hausbesitzer selbst verantwortlich.

Gerade in den Sommermonaten steigt die Gefahr eines Blitzeinschlages. Auf der Internetseite www.blids.de kann jeder Leser sehen, an welcher Stelle ein Blitz eingeschlagen hat. Für das Jahr 2005 registrierte BLIDS fast 2 Millionen Blitze in Deutschland. Mit am stärksten betroffen ist das Rhein-Main-Gebiet! Dabei wird in der Presse immer nur über die spektakulären Ereignisse wie Großbrände durch Blitzschlag berichtet. Viel häufiger kommt es aber durch Überspannungen zu Sachschäden an Elektrogeräten oder der Elektroanlage. Auch wenn der Sachschaden teilweise durch eine Versicherung gedeckt ist, den Ausfall und Ärger mit der Wiederherstellung trägt der Eigentümer. Gerade im Gewerbe und in der Industrie können Ausfallzeiten schnell Kosten von mehreren Tausend Euro verursachen. Ein entstandener Schaden ist oft nur schwer bezifferbar und mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden. Der Unternehmer muss in Vorlage treten und bis Geld von der Versicherung kommt, kann der finanzielle Engpass das Aus für den Betrieb bedeuten.

Was passiert, wenn ein Blitz einschlägt?

Einfach dargestellt ist ein Blitz der Ausgleich von unterschiedlichen Ladungen zwischen Wolke und Erde. Jeder hat schon einmal einen Schlag bekommen, wenn er zum Beispiel in einem Kaufhaus an ein Metallgeländer gegriffen hat. Hier passierte im Prinzip genau das Gleiche, wie bei einer Blitzentladung. Beim Laufen über Teppich wird der Mensch statisch aufgeladen. Diese Ladung fließt beim Berühren mit dem Metallgeländer ab, was den Ausgleich der unterschiedlichen Ladungen darstellt.

In der Elektrotechnik wird zwischen einem „direkten -“ und einem „indirekten Blitzeinschlag“ unterschieden. Der Blitz macht den Ausgleich der unterschiedlichen Ladung zwischen Wolke und Erde sichtbar. In Bruchteilen einer Sekunde fließt ein sehr hoher Strom von der Wolke zur Erde. Bei einem direkten Blitzeinschlag trifft dieser Blitz ein Gebäudeteil, einen Baum oder ein anderes Bauwerk und sucht sich seinen Weg zur Erde. Zwar ist der Energiegehalt eines Blitzes nicht sehr groß (man spricht als Vergleich von etwa einem Liter Heizöl), aber die Energie entlädt sich in einem Bruchteil von einer Sekunde, was einen sehr großen Strom zur Folge hat. Die Folgen können vielfältig sein. Kleinere Schäden, wie zum Beispiel eine verschmolzene Dachabdichtung, werden oftmals erst sehr spät entdeckt. Daraus entstehen Folgeschäden mit zum Teil erheblichem Volumen. Als typisches Beispiel wäre hier die durchnässte Dichtung des Daches zu nennen, die erst durch Flecken oder Schimmelbildung erkannt wird. Was hingegen jedem Leser bekannt sein dürfte, sind die in Presse und Fernsehen berichteten Großbrände als Folge eines Blitzeinschlages.

Viel häufiger kommt es aber zu einem so genannten „indirekten Blitzeinschlag“. Der Blitz sucht sich hierbei genauso, wie eben beschrieben, seinen Weg zur Erde. Allerdings trifft er in einiger Entfernung zum eigenen Haus auf die Erde. Aus der Physik ist uns noch bekannt, dass bei jedem Stromfluss ein Magnetfeld entsteht. Da jedes Elektrokabel wie eine Antenne Magnetfelder „aufnimmt“, was wiederum einen Stromfluss und eine Spannung zur Folge hat, entsteht bei einem Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe eines Hauses eine Spannung, die mehrere tausend Volt betragen kann. Diese Überspannung wird dann über das normale Stromnetz auch in die Nachbarhäuser verschleppt, was zu einer Kette von Überspannungsausfällen von Elektrogeräten führen kann. Ausfälle von Kabel- und Telefonnetzen nach Gewittern zeigen dies immer wieder. Diese Überspannungen können nur durch aufeinander abgestimmte Überspannungsschutzmodule vermieden, oder zumindest verringert werden. Grob- Mittel und Feinschutz in Verbindung mit dem Schutz von Antennen- und Telefonleitungen verringern das Risiko von Überspannungsschäden im Haus erheblich und sorgen für einen zuverlässigen Betrieb Ihrer Elektrogeräte! Beratung erhalten Sie durch Ihren Elektrofachbetrieb oder durch Sachverständige für Elektrotechnik.

© Dipl. Ing. Detlef Kohfahl